Persönliches

Mein 1. Jahr in der Selbstständigkeit

Ich weiß noch garnicht, wie ich diesen Blogpost anfangen soll…mir lag das irgendwie auf dem Herzen, über dieses Thema zu schreiben, weil ich mit ganz vielen Personen im letzten Jahr über das Thema gesprochen habe und viele in der gleichen Situation wie ich waren. Deshalb heute ein paar ehrliche Worte zu meinem 1. Jahr als Selbstständiger.

Für alle die mich noch nicht kennen oder erst vor kurzem meinen Blog entdeckt haben, stelle ich mich noch einmal kurz vor: Ich bin Mike, komme aus Gemmingen (kleines Dorf in der Nähe von Heilbronn) und bin 22 Jahre alt. Nach meiner Ausbildung zum Mediengestalter habe ich mich selbstständig gemacht und ein eigenes Studio eröffnet. Neben den Themen Lettering, Illustrationen und DIY gibt es bei mir viel Pflanzencontent und Liebe zu allem Selbstgemachtem. In meiner Freizeit fotografiere ich gerne oder gehe gemütlich mit meinen Freunden aus.

(Ich bin leider überhaupt nicht fotogen, aber das Bild mag ich :))

Was hast du vor der Selbstständigkeit gemacht?

Vor meinem Start in die Selbstständigkeit im Januar 2018 habe ich ein 3-monatiges Praktikum in einer Werbeagentur absolviert. Ich wollte nach der Ausbildung in einem großen Unternehmen auch die andere Seite der Grafikbranche kennenlernen. Die Aufträge und das Team waren super nett und auch die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Allerdings habe ich irgendwann einen Punkt erreicht und mich selber gefragt, ob das etwas für die Zukunft ist und schnell gemerkt, dass ich in diesem Bereich nicht glücklich werde.

Zum Ende des Praktikums hatte ich auch relativ viele Aufträge was Letteringworkshops und Grafikarbeiten anging, die ich meist am Wochenende umgesetzt habe, weil mir unter der Woche die Zeit dafür fehlte. So hab ich mich Ende Dezember für ein eigenes Unternehmen entschieden.

Der Start im Januar

Im Januar ging es dann also so richtig los mit der Selbstständigkeit. Ich wusste selber nicht viel über das Thema und habe im Internet nachgelesen und mich schlau gemacht. Zum Anderen kannte ich mich überhaupt nicht mit Steuern, Zahlen und Rechnungen aus, sodass ich einen Steuerberater aufsuchte.

Der Start war sehr mühsam, denn die vielen Aufträge Ende 2017 haben mir im Januar gefehlt. Natürlich gab es ab und an was zu tun, aber so richtig davon leben konnte ich nicht. Die wenige Arbeit hat mich ein wenig stutzig gemacht, aber ich war trotzdem positiv und habe nach vorne geschaut.

Mehr Aufträge

Im Frühjahr sind dann schon mehr Aufträge und Workshopanfragen eingetrudelt, was mich persönlich sehr glücklich gemacht hat. Neben den Grafikaufträgen durfte ich auch für große Firmen arbeiten und Postings/Content für Instagram oder den Blog erstellen. Ich war echt glücklich und ein wenig stolz mein erstes Geld damit zu verdienen. 🙂

Buchanfrage

Und dann war es soweit. Gemeinsam mit der lieben Lena von @berriesandbuttercup haben wir eine Idee für ein gemeinsames Buch beim EMF-Verlag eingereicht. Von einem eigenen Buch hatte ich schon lange geträumt. Ich wusste allerdings nie, wie ich sowas alleine umsetzen/schaffen soll. Dann ist mir Lena über den Weg gelaufen und wir haben uns super ausgetauscht und ein Konzept erarbeitet. Der Verlag war total beeindruckt von unserer Idee und wollte das Buch unbedingt mit uns umsetzen. Man war das eine tolle Nachricht zum Sommeranfang!

Studioeröffnung

Neben dem Arbeiten am Buch habe ich auch zeitgleich nach einem Büro/Studio gesucht. Ich hatte das arbeiten im Home Office ein wenig satt und wollte einen Ort, indem ich mich kreativ austoben konnte. Die Suche war leider nur nicht so positiv wie erhofft. Die meisten Räumlichkeiten waren zu klein, zu teuer oder es hat einfach nicht zu meinem Konzept gepasst, das ich mir vorher überlegt hatte. Im Mai dann endlich eine Zusage für eine super Location, die bezahlbar und in meiner Wohngemeinde ist.

Den ganzen Sommer über habe ich mit der Hilfe von Freunden und Familie am Studio gearbeitet. Es wurde viel gestrichen, Möbel zusammengebaut und dekoriert, bis das fertige Ergebnis im September stand. Natürlich wollte ich das Studio mit einer kleinen Party einweihen, zu der ich Freunde, Bloggerkollegen und Bekannte einlud. Die Party war ein voller Erfolg und ich schwelge heute noch in Erinnerung an die tolle Zeit.

Was hast du aus deinem ersten Jahr gelernt?

Es gab natürlich viele tolle Momente in meinem ersten Jahr in der Selbstständigkeit, leider aber auch ein paar Negative. Zum einen muss man oft bangen, dass die Umsätze für den Monat nicht reichen, um über die Runden zu kommen. Gerade am Anfang ist es völlig normal, dass man nicht direkt die größten Summen erzielt und sich zur Ruhe setzen kann 🙂 Schließlich muss man laufende Kosten, Rechnungen und Versicherungen bezahlen, auch wenn der Monat nicht gut lief.

Gelernt habe ich auch, Aufträge abzusagen und nicht zu bearbeiten. Am Anfang fiel mir das sehr schwer, ein Projekt abzusagen, weil es mir zum Beispiel zu wenig Geld einbrachte. Doch ich wollte es jedem Kunden recht machen und bin dann lieber mit dem Preis runter gegangen, damit der Kunde zufrieden ist. Mittlerweile ist das der Alltag, dass Angebote geschrieben und vom Kunden abgesagt werden. Ich bin der Meinung lieber 1-2 tolle & fair bezahlte Projekte zu machen, als 4-5 Aufträge bei denen man schlecht bezahlt wird und sich später über den vielen Aufwand ärgert.

Was möchtest du anderen Menschen, die sich im Kreativbereich selbstständig machen wollen, mit auf den Weg geben?

Machen, machen, machen…die beste Art Dinge anzugehen. Nicht zu viel über Sachen nachdenken und sich den Kopf zerreißen, sondern einfach machen! Natürlich weiß niemand, ob dir der Start in die Selbstständigkeit gelingt, allerdings kannst du das auch nicht herausfinden, wenn du es nicht versucht hast. Sei positiv und schaue nach vorne. Über ein gescheitertes Projekt oder abgelehntes Angebot nachzudenken und sich zu ärgern, bringt dich nicht voran. Schaue lieber nach vorne und freu dich auf das was kommt 🙂

Habt einen tollen Tag!

Alles Liebe, Mike

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